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Waffen an Bord - eine gute oder schlechte Idee?
Die Frage "Waffen an Bord" ist
sehr wahrscheinlich so alt wie die Fahrtensegelei selbst. Hunderte
Male ist sie in Fachgremien, Segelzeitschriften und an den Ankerplätzen
dieser Welt gestellt worden.
Für jeden Standpunkt finden sich gute und triftige Gründe. 29
Yachtüberfälle wurden hier ausführlich beschrieben; davon hatten
acht Skipper Waffen an Bord und 21 Skipper nicht. Von den Yachten
ohne Waffen an Bord hätte nur eine Crew, so ihre eigene Einschätzung,
den Überfall mit Hilfe von Waffen verhindern können.
In der westlichen Welt scheint ein sehr ausgeprägtes Unbehagen
für den Umgang mit Waffen vorzuherrschen. Die weitaus größte Gruppe
der überfallenen Segler lehnt Waffen grundsätzlich ab und geht
sogar so weit, dass sie sich trotz eines erlebten Überfalls nicht
bewaffnen möchte. Viele schlagen andere Präventivmassnahmen vor,
um Überfällen auszuweichen, d. h. gefährliche Gebiete grundsätzlich
zu meiden.
Dies lässt den Schluss zu, dass man einen Menschen, der in seinem
Innersten kategorisch gegen Bewaffnung ist, nicht zu einem Waffenträger
machen kann. Hier scheinen Weltanschauung und zutiefst verankerte
Werte eine große Rolle zu spielen.
Nur auf ungefähr jeder vierten überfallenen Yacht waren eine oder
mehrere Waffen an Bord. Nur zwei Skipper konnten mit ihren Waffen
einen Überfall verhindern. Drei haben ihre Waffen den Piraten
demonstrativ gezeigt; der Überfall fand dadurch nicht statt. Einer
kam trotz Abwehr mit seiner Waffe ums Leben (Sir Peter Blake).
Zwei hatten Waffen an Bord; sie kamen aber nicht rechtzeitig an
sie heran.
Diese Zahlen lassen folgende Schlüsse zu: Ein leicht erhöhter
Prozentsatz der Waffenträger konnte mit den Waffen bzw. durch
den Einsatz von Warnschüssen einen Überfall verhindern, ein fast
gleich hoher Prozentsatz von Überfällen auf bewaffnete Boote kam
so plötzlich, dass die Crew nicht an die Verstecke ihrer Waffen
herkam, keine Zeit zur Gegenwehr hatte.
Das heißt, wer in gefährliche Gebiete segelt, muss stets auf das
Schlimmste gefasst sein. Und wer eine Waffe an Bord hat, sollte
diese griffbereit zur Hand haben. Was nützen Verstecke von Waffen
an Bord, wenn sie so abseits liegen, dass man bei einem schnellen
Überfall keine Chance hat, an sie heranzukommen.
Und noch ein ganz wichtiger Aspekt: Nehmen wir an, Segler A hat
eine Waffe an Bord. Beim Einklarieren hat er sie beim Zoll abgegeben.
Er segelt ohne Waffe weiter in eine Ankerbucht und wird überfallen.
Hätte er seine Waffe nicht einklariert, sie im Versteck belassen
und dann bei dem Überfall benutzt, hätte man ihn, falls er überlebt,
wegen Waffenschmuggel sehr hart bestraft. Er wäre ins Gefängnis
gekommen, das Schiff wäre beschlagnahmt worden und der Traum seiner
Reise wäre endgültig vorbei.
Sind Sie ein Waffentyp ja oder nein?
Oder noch deutlicher gefragt, können
Sie sich vorstellen auf einen Menschen zu schießen? In meinem
Buch gehe ich sehr ausführlich auf diesen Komplex ein und lasse
den Experten Dave Kellermann zu Wort kommen. Er behandelt sehr
ausführlich und professionell folgende Themen:
- Gesetzliche Voraussetzungen
- Wo erhält man eine legale Ausbildung
- Wenn eine Waffe, welche ist die Richtige
- Was ist bei Grenzüberschreitungen zu beachten
- Was erwartet einen, der mit einer nicht angemeldeten Waffe erwischt
wird
- Pro und Kontra verschiedener Waffentypen
- Wie legt man sich ein Überlebenskonzept zurecht
- Die Gebote der Sicherheit
- Der legale Weg zum Waffenbesitz für jeden Skipper
Über
ganz andere Waffen
Wenn man von Waffen spricht, denkt
jeder sogleich an Feuerwaffen. Aber es gibt auch ganz andere Mittel
der Verteidigung, zum Teil recht "intelligente Waffen". Erfinderische
Blauwassersegler haben eine ganze Palette von Ideen produziert,
um sich effektiver zu verteidigen.
Diese Abwehrmittel werden besonders den Waffengegnern praktikable
Hinweise liefern, wie man sich präventiv oder in der Not helfen
kann. Einige davon werden die Kreativität anregen und Segler herausfordern,
sich einen persönlichen Abwehrplan aus diesen Taktiken und "Behelfswaffen"
zu entwickeln.
In meinem Buch finden Sie über
mehrer Seiten Tipps und Anregungen über viele ‚intelligente Abwehrmaßnahmen'
sowohl technische als psychologische.
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